Unternehmen

Imdat Sütlüoğlu

Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender von Çaykur

„Der Tee war schon da, als ich die Augen öffnete. Er begleitet mich mein ganzes Leben lang“, sagt Imdat Sütlüoğlu, seit 2011 Generaldirektor von Çaykur. Seine Eltern waren Teebauern, schon als Kind und auch später während des Studiums der Betriebswirtschaft half er mit bei der Ernte. „Als Jugendlicher musste ich jedes einzelne Blatt noch mit bloßen Händen ernten. Heute kann ein guter Pflücker mit der Teeschere bis zu 500 Kilogramm ernten.“

Der Teeanbau ist die wirtschaftliche Wirbelsäule der Region Rize. Fast einer Millionen Menschen gibt Çaykur Arbeit, der Tee sichert die Existenz der Bewohner der Region. Den Teebauern, Mitarbeitern und Lieferanten begegnet der Vater von vier Kindern auf Augenhöhe und mit Respekt. „Wir sind alle Teeliebhaber in Rize. Wir haben alle die gleichen Gefühle und Ziele vor Augen, wenn es um unseren Tee geht.“

Seiner Verantwortung ist sich der ehemalige Umweltminister der Türkei sehr bewusst. Imdat Sütlüoğlu hat ein klares Ziel vor Augen: Er will die Region und ihre Menschen weiter stärken, indem er auf nachhaltigen Teeanbau setzt. Bis zum Jahr 2023 will Çaykur zu hundert Prozent biologisch produzieren. Rize soll zum größten biologischen Teeanbaugebiet der Welt werden.

Ayla Ilgaz,
Lebensmittelchemikerin

Bevor sie zu Çaykur kam, war Tee nur ein Getränk für sie – dann wurde es zur Lebensart. Ayla Ilgaz leitet die Technologieabteilung des Forschungsinstituts von Çaykur. Die quirlige Frau mit den freundlichen Augen forscht gemeinsam mit ihrem Team an neuen Sorten und verbessert die bestehenden. Auch die Qualitätsanalyse fällt in ihren Aufgabenbereich.

Das Forschungsinstitut mit seinen Laboren für Biochemie, Chromatographie, Bodenanalyse und Mikrobiologie ist das Herzstück des Unternehmens. Von der Entwicklung über die Forschung bis zur Markteinführung neuer Produkte: Sämtliche Prozesse laufen hier zusammen. Zu den täglichen Aufgaben der Betriebsingenieurin zählt die Bewertung des Tees nach einem Punktesystem, angefangen beim Aussehen des trockenen Tees bis hin zum Geschmackstest.

Dass Tee die Menschen zusammenführt, hat Ayla Ilgaz selbst erfahren. Zwischen Forschung und Papierkram lernte sie ihren Mann kennen. „Wir waren Berufskollegen, haben jahrelang zusammengearbeitet.“ Die Hochzeit fand nach der Erntesaison statt – das ist Tradition in der Region Rize. 

Sevim und Ali Çatalbaş,
Teebauern

Von ihren Vorfahren haben sie ihre Teeplantage in dem Dörfchen Kantarli nahe der Kreisstadt Hemşin geerbt. Die gesamte Familie ist mit dem Teeanbau beschäftigt, er ist ihre einzige Einnahmenquelle. „Die Plantage hat uns als Kind ernährt und später unsere eigenen Kinder, denen sie auch Bildung ermöglicht hat“, erzählt Ali Çatalbaş.

Als eine der ersten Teebauern stieg die Familie vor sieben Jahren auf biologischen Anbau um. Um sich richtig über die Anbaumethoden informieren zu können, lernte die damals 46-jährige Sevim Çatalbaş sogar noch lesen und schreiben. Der Wechsel hat sich gelohnt. Die Qualität ihres Tees sei schon immer gut gewesen, aber sie habe sich nochmals verbessert, erzählt Ali Çatalbaş. „Dank Çaykur lohnt sich die Mühe. Sie kaufen uns die gesamte Ernte zu einem fairen Preis ab.“

Die Eheleute Çatalbaş verwenden keinerlei Dünger auf ihrer Plantage. „Wenn man ihn falsch einsetzt, ist er eher schädlich für die Erde“, meint Ali Çatalbaş. „Die Erde hat alles, was die Tee-Pflanzen brauchen. Unser Tee wird auch ohne Düngemittel sehr gut.“ 

Aycan Dilaver,
leitender Angestellter

Er begann 1991 als einfacher Arbeiter bei Çaykur, mittlerweile leitet Aycan Dilaver die Betriebsabteilung der Teefabrik in Sürmene, einem Städtchen nahe der Provinzstadt Trabzon. 150 Tonnen Tee laufen hier täglich über die Bänder, in der Fabrik arbeiten 120 Menschen Tag und Nacht in drei Schichten. „Der Tee ist unser Ein und Alles. Ohne ihn könnte die ganze Region nicht existieren“, sagt der 49-Jährige, der seinen ganz eigenen Tee im familiären Teegarten anbaut.

Von Mai bis Oktober herrscht in den Teeverarbeitungsanlagen von Sürmene Hochbetrieb. Sieben Tage die Woche wird an den Teebändern gearbeitet, abgesehen von einer 15- bis 20-tägigen Pause zwischen den Erntezeiten. „Ab und zu vergessen wir schon mal eine Pause einzulegen“, schmunzelt Dilaver. Zeit für Tee nimmt er sich immer. Fünf bis zehn Glas pro Tag können es schon werden.

Der zweifache Familienvater nimmt eine Handvoll Tee aus einem Sack, saugt den Geruch tief ein: „Der Tee gibt mir und meiner Seele Energie“, sagt er. Teil der großen Çaykur-Familie zu sein, erfüllt ihn mit Stolz. „Çaykur ist mein Zuhause. Wenn ich zum Erfolg von Çaykur beitragen und das von mir erwartete Engagement einbringen kann, macht mich das glücklich.“